Reisetipps für den Urlaub oder ein paar freie Tage zu zweit in Bayern

3. Juni 2013

Maulbronn: Klosterromantik & Herrgottsbscheißerle.

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Einst Ort ritueller Waschungen: das Brunnenhaus im Kloster Maulbronn.

Vollständiger erhalten ist keine Klosteranlage nördlich der Alpen: Die ehemalige  Zisterzienserabtei  Maulbronn mit romanischer Klosterkirche und gotischem Kreuzgang, seit zwei Jahrzehnten Weltkulturerbe der UNESCO, genießt in vielfacher Hinsicht höhere Weihen. Auch kulinarisch. Schon vor rund 850 Jahren hatten Mönche oberhalb des Kraichgau-Ortes einen Weinberg angelegt –  heute wird der „Maulbronner Eilfingerberg“ unter Kennern als Württemberger Spitzenlage gerühmt. Ein guter Grund, zum weltbekannten Klosterbezirk zu „pilgern“ – doch beileibe nicht der einzige …

Ein ganz und gar profaner Anlass liegt noch näher: Zum Restaurant, das sich in einem über 500 Jahre alten Gesindehaus befindet, sind es vom berühmten Brunnenhaus des Klosters nur wenige Schritte. Wem nach einem Kosterrundgang der Appetit überkommt, gehört der Katz‘ – der „Klosterkatz“. Üppige Oleandersträuche in mächtigen Pflanzkübeln umstehen die heiß begehrte Außenbestuhlung. Wer sich hier am Wochenende niederlässt, sollte nicht nur Appetit, sondern idealerweise auch viel Zeit mitbringen. An Sonn- und Feiertagen ist der touristische Hotspot Ziel hungriger Reisegruppen und einzelreisender Klosterfans, die sich selbst bei Tisch in kontemplativer Versenkung ihrer Reiseliteratur hingeben.  Gegen solche Konkurrenz  will ein Platz an der Sonne listig ergattert sein.

Zu Füßen rebenbestander Hügel kommt selbst verständlich Wein ins Glas, auch wenn in der Klosterkatz statt Maulbronner Rebensaft „nur“ fernerlagige Württemberger und italienische Sorten gereicht werden. Auf ein authentisches Geschmackserlebnis muss man dennoch nicht verzichten. Wer Bier mag, ordert ein „Maulbronner Klosterbräu“ – ein würziges, feinaromatisches Festtagsbier, das nach dem Rezept der einstigen Klosterbrauerei Maulbronn inzwischen bei der Palmbräu in Eppingen gebraut wird. Und dann ist da ja auch noch die reich bestückte Speisekarte mit deutlich schwäbisch-italienischem Einschlag. „Herrgottsbscheißerle“ alias Maultaschen inklusive.

Frisch gestärkt sollten Sie auf jeden Fall noch in den beiden Klosterläden vorbeisehen, die der Klosterbezirk zu bieten hat: ’s Kloschderlädle mit kleinem Café im Kosterhof 22/1 und – vis-à-vis über dem Hofplatz – ein kleinerer Klosterladen, der vor allem wegen seiner Likör- und Käsespezialitäten aus französischen Partnerklösternbekannt ist. Gönnen Sie sich doch zum Beispiel ein Fläschchen Chartreuse, destilliert von den Kartäusermönchen von La Grande Chartreuse nahe Grenoble. Der gelbe 40-prozentige Chartreuse ist süßer und milder als die grüne Variante, was sich bei einem Probeschluck leicht bestätigen lässt.

Übernachten? Am besten gleich – ja richtig – überm Hof. im 3-Sterne-Superior Hotel „KlosterPost“, dessen Doppel- und Twinbedzimmer bis Oktober für 79 Euro pro Nacht zu buchen sind.

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