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28. Mai 2019

Griaß enk & buon giorno: Unterwegs auf Südtirols schönstem Waalweg.

Südtirol ist für einen Urlaub zu zweit wie geschaffen. Auf Schritt und Tritt legt das Ferienparadies dem Besucher die Schönheiten einer Traumlandschaft zu Füßen: Bilderbuchpanoramen, wohin das Auge blickt! Dazu gesellen sich Tiroler Charme und italienische Leichtigkeit, die – auch wenn nicht ganz freiwillig – längst eine unwiderstehliche Liaison eingegangen sind. Blickpunkt Meraner Land: Ganz und gar unvergesslich macht die Urlaubstage hier eine Wandertour entlang dem Marlinger Waalweg.

Ein regelrechtes Geflecht an schmalen Pfaden durchzieht das Urlaubsland Südtirol. Was heute wie ein ausgeklügeltes Wanderwegenetz erscheint, entstand eigentlich aus wirtschaftlicher Notwendigkeit: Waale dienten ursprünglich als Bewässerungsanlagen, indem sie das Wasser zu Wiesen und Äcker weiterleiteten. Heute werden 13 Südtiroler Waalwage offiziell als Spazier- und Wanderwege genutzt. Der mit zwölf Kilometern längste (und wohl auch schönste) ist der Marlinger Waalweg, von dem aus sich eine imposante Aussicht auf das Meraner Becken bietet.

Was der Bau einer Autobahntrasse in unseren Tagen, das muss im Tirol des 18. Jahrhunderts die Errichtung des Marlinger Waales gewesen sein. In Auftrag gegeben worden war er, weil die Reben des Gojenhofs in Marling bewässert werden mussten; ihn hatten die Kartäuser schon über ein Jahrhundert früher, 1609, erworben. Der Bau des Waals erwies sich jedoch als sehr viel schwieriger als erwartet. Besonders auf dem ersten Kilometer, der durch steilen Fels führt, schossen die Probleme ins Kraut – und in die Kosten. Waren 1737, zum Zeitpunkt des Beginns der Arbeiten, noch rund 12.000 Gulden veranschlagt worden, verschlang das ehrgeizige Projekt bald ein Mehrfaches dieser Summe. Nach 19-jähriger Bauzeit hatten sich die Ausgaben schließlich mehr als versechsfacht. Und wäre die Kartäuser Klosterverwaltung nicht eingesprungen, der schönste der Südtiroler Waalwege hätte wohl nie vollendet werden können. Dabei kam den Kartäusern ihre Erfahrung im Waalbau zustatten; schon früher hatten sie einige ihrer Klosterhöfe im Schnalstal über Kanäle und Rinnen mit Wasser versorgt.

Rund drei Stunden nimmt eine Wanderung über die volle Distanz des Marlinger Waalweges in Anspruch. Offizieller Startpunkt ist Töll; doch ist der Zugang zum Marlinger Waalweg auch von Marling, Tscherms und Lana aus möglich. Vorbei an Flaumeichen, Hopfenbuchen und Kastanien – die Wein- und Obstkulturen immer im Blick – wandern Sie auf weitgehend ebener Strecke. Wir empfehlen als Ausgangspunkt Tscherms, wo sich die Übernachtung im gerade völlig neu renovierten Hotel Biedermannhof anbietet. Die sonnige Lage über Meran, gemütliche und moderne Zimmer, das reichhaltige Frühstück und der romantische Weinkeller sind ein Genuss. Und mit dem neuen Pool mit Blick auf die hofeigenen Obst- und Weingärten verfügt die familiengeführte Herberge jetzt sogar noch über ein Highlight mehr. Unmittelbar an der Waal-Strecke liegen die fünf Ferienwohnungen des Gasthofs Eggbauer – auch von genießt man das ganze spektakuläre Panorama über die Kurstadt und das Etschtal.

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