Reisetipps für den Urlaub oder ein paar freie Tage zu zweit in Bayern

3. Januar 2012

Souvenirs vom Haidelberg …

Traumhafte Aussichten bietet der südliche Bayerische Wald zur Genüge. Irgendwie stößt darum jeder irgendwann irgendwo auf „seinen“ Lieblingsplatz. Vielleicht ja ganz in der Nähe von Freyung, wo sich ein besonders schöner Panoramapunkt wunderbar erwandern lässt – einer, der seine Existenz eigentlich einer Naturkatastrophe verdankt.

Vom Ferienappartement TraumPanorama ist er, bei klarer Sicht, mit bloßem Auge gut zu erkennen: der Haidel, der sich – rund zehn Kilometer vom Geyersberg entfernt – mit seinen 1.167 Metern gebieterisch über die kleineren Waldbuckel des südlichen Bayerischen Waldes erhebt. Seine Sonderstellung macht den Hausberg von Freyungs Nachbargemeinde Grainet zu einem beliebten Ausflugsziel von Wanderern und „Gipfelstürmern“. Letztere lenken ihren Ehrgeiz dabei auf den 35 Meter hohen Aussichtsturm, von dem sich ein grandioser Rundumblick über den Bayerischen Wald und den Böhmerwald sowie über das österreichische Mühlviertel und die Donauebene bis zum Alpenhauptkamm bietet.

Genau genommen stellt der heutige Haidelturm bereits die dritte Generation der Aussichtstürme auf dem Haidel dar. Dass den Haidel heutzutage überhaupt ein Turm krönt, ist dabei einem Unwetter zu verdanken. 1925 hatte ein Sturm etliche Haidel-Bäume entwurzelt und das Gipfelareal „frei“ gefegt. Aus der Not machte man eine Tugend: Denn jetzt wurde sichtbar, welch‘ spektakuläre Sicht der Berg in alle Himmelsrichtungen bietet. 15 Meter maß der erste Turm, der anno 1928 eingeweiht werden konnte. Doch auch ihm war ein stürmisches Ende beschieden: Schon 1948 musste der erste Haidelturm wieder abgetragen werden. Danach vergingen 31 Jahre, ehe man 1979 einen zweiten Anlauf nahm. Der damalige Turm überragte den ersten Entwurf zwar um zehn Meter, wurde nach knapp 20 Jahren aber so morsch , dass auch er vollständig abgetragen werden musste.

Schon im Folgejahr entstand Turm Nummer 3, die heutige Plattform. Mit ihr wollte man auf Nummer sicher gehen. Ausschließlich Douglasien, die jeder Witterung trotzen, wurden als Stützpfeiler verbaut. Wer die 159 Stufen zur Turmspitze bewältigt hat und nicht schon außer Atem ist, wird oben von einer atemberaubenden Aussicht verwöhnt. Dazu sorgen Panoramatafeln für Durchblick beim Ausblick. Wieder unter angekommen, lässt sich das Wissen über den Turm am Infopavillon vertiefen.

Übrigens: Sollten Sie die Wanderung durch den Wald scheuen und auf eine erstklassige Aussicht dennoch nicht verzichten wollen, dann dürfen Sie Ihren Weg zum Haidelturm schon in Obergrainet abbrechen. Das ist zwar sozusagen nur die halbe Miete, lohnt aber unter Panorama-Gesichtspunkten mindestens ebenso. Folgen Sie dazu ganz einfach der Serpentinenstrecke, die über das alte Bergdorf Obergrainet (gelegen auf 950 Meter) hinaus führt. Von hier können Sie im Winter in das Loipennetz rund um den Haidel einsteigen oder sommers wie winters zur „Pater-Rupert-Mayer“- Kapelle laufen, die vor 25 Jahren aus Abbruchsteinen alter Bayerwaldhäuser errichtet wurde. Der Blick ist reisekatalogverdächtig.

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