Reisetipps für den Urlaub oder ein paar freie Tage zu zweit in Bayern

7. September 2011

Gershwin. Zapf. Hajková-Barth.

Kultur und Ostbayern: Wer da schmunzelt, dem sei verziehen – doch nur bis Ende September. Dann hebt die 17. Ausgabe des „Wolfsteiner Herbstes“ an, und die bietet Qualität. Zum Beleg: drei ausgewählte Veranstaltungen, die allesamt in Freyung gastieren.

Erster Tipp: Gershwin Quartett
Freitag, 30. September, 19.30 Uhr, Freyung, Kurhaus
Gershwin Quartett – das sind vier Musiker, die seit 1990 als Ensemble auftreten. Sie haben sich weder einem spezifischen Stil, einer bestimmten Epoche oder einem einzelnen Komponisten verschrieben, übrigens schon gar nicht George Gershwin. Denn der Name des Quartetts versteht sich nicht als Programmansage, sondern leitet sich vielmehr von Mitglied Michel Gershwin her. Der ist Ausnahmegeiger, lebt in Paris und bekleidet am dortigen Concervatoire National Supérieur de Musique eine Professur im Fach, na klar, Violine. 1988 wurde er mit dem Grand-Prix des „David-Oistrach-Wettbewerbs“ ausgezeichnet. Eintritt: 12 Euro.

Zweiter Tipp: Rudi Zapf & Zapf’nstreich
Samstag, 15. Oktober, 19.30 Uhr, Freyung, Kurhaus
Garchinger Kleinkunstmaske, Der GrüneWanninger, Bayerischer Poetentaler: Unsere zweite Quartett-Empfehlung bring nicht ganz so klingende Auszeichnungen mit. Dafür holen Rudi Zapf, Hugo Siegmeth, Andreas Seifinger und Harry Scharf aus ihren Instrumenten alles heraus, um etwas entstehen zu lassen, was mit dem Begriff „bayerische Weltmusik“ viel zu salopp umschrieben wäre. Denn weil sie ungeniert südamerikanische, osteuropäische und sogar afrikanische Volksmusik mit Jazz oder anderen Stilrichtungen kombinieren, sagt man ihrer Musik nach, sie sei „abenteuerlich und vergnüglich“. Mag sein. In erster Linie aber ist sie einfach gut. Landler, gewürzt mit blue notes. Walzer, garniert mit rockigen Riffs. Und Polka, versetzt mit schräger Phrasierung: 14 Euro sind dafür nicht zu teuer.

Dritter Tipp: Lesung mit Marketa Hajková-Barth zu Herta Müller
Dienstag, 18. Oktober, 19.30 Uhr, Freyung, BuchCafé Lang
Früher fand man die Buchhandlung Lang gleich neben der Freyunger Raiffeisenbank. Im vergangenem Jahr dann rückte man weiter auf den Freyunger Stadtplatz – im Grunde nur wenige Meter, doch Welten in Hinblick auf Anspruch und Wirkung. So ist aus der früheren Buchhandlung ein BuchCafé geworden, das sich auch anspruchsvolle Lesungen zutraut. Am 18. Oktober etwa lädt man zu einer Soirée mit PhDr. Markéta Hájková-Barth, einer erst 32-jährigen promovierten Germanistin und Skandinavistin aus dem tschechischen Liberec (Reichenberg). Sie forscht seit langem über das Werk der Nobelpreisträgerin Herta Müller und hat ihr Prag inzwischen gegen Freiburg (Breisgau) getauscht. Eintritt: 5 Euro.

Wer mag, kann sich darüber hinaus am 5. November ab 19.30 Uhr im Waldkirchener Bürgerhaus von Django Asül erklären lassen, warum das Fragile in unserer Gesellschaft eigentlich eine lustige Sache ist. Aber diese 24 Euro könnten Sie sich durchaus auch sparen.

Eintritt: € 15,-

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