Reisetipps für Bayern, Schwaben, Tirol, das Trentino und die Adria

24. September 2013

Dreiländereck-Urlaub für zwei: Tipps von „Erlebnis“ bis „hungrig“.

Zugegeben: Urlaubstipps sind immer eine Frage des persönlichen Geschmacks. Doch wer einen Urlaub zu zweit plant, wird in der nachfolgenden Liste vielleicht genau das Richtig finden. Zehn Anregungen von A wie Ausflugsziel bis Z wie zünftig. Vorausgesetzt, Sie entscheiden sich für die grenzüberschreitende Ferienregion östliches Bayern – südliches Böhmen – Oberösterreich. Auf geht’s!

A – wie Ausflug. Von der Loggia Ihrer Ferienwohnung TraumPanorama in Freyung können Sie ihn in östlicher Richtung sehen: den Haidel oberhalb von Grainet. Rund zehn Kilometer sind es von Ihrem Ferienort hierher. Mitten auf dem 1167 Meter hohen Haidel-Gipfel tront ein Aussichtsturm ganz aus Holz. 159 Stufen führen nach oben. Grandios – die Aussicht aus gut 30 Metern Höhe! Wohin man auch blickt, dehnen und strecken sich die Waldwogen und Gipfel des Bayerischen Waldes und des Böhmerwaldes. Parken? Am besten am Waldparkplatz Obergrainet. Von hier führt ein zwei Kilometer kurzer Wanderweg auf den Haidel. Hungrig? Eine ideale Einkehrmöglichkeit besteht auf dem Rückweg ins Tal im Hotel Hüttenhof in Hobelsberg. Bei Sonne Terrassenplatz sichern!

B – wie Böhmische Knödel. Die gibt’s zwar inzwischen auch diesseits der tschechischen Grenze. Aber wer das Original sucht, entschließt sich zu einer Tagestour ins Nachbarland. Verbinden Sie einen lohnenden Sightseeing Trip in das südböhmische Krumau (tsch.: Cesky Krumlov) unbedingt mit wenigstens zwei Gasthaus-Besuchen. Eine Gelegenheit, die herzhafte böhmische Küche auf besonders authentische Weise zu erleben, bietet sich im Restaurant Na Louži in der Kájovská. Draußen steht „Hospoda“ zu lesen – und selbst der im Tschechischen wenig Bewanderte ahnt: Hier geht es gastlich zu. Live-Musik!

C – wie Café. Bummeln und ein Kaffee zwischendurch, wir hätten da drei heiße Anwärter für Ihre nächste Cappuccino-Pause. Erstens: das Café-Restaurant Fox am Stadtplatz in Grafenau. Ob kleiner Appetit oder großer Hunger: Auf zwei Etagen kommen Sie beidem bei. Innen ist Platz für 100 Gäste, im Sommer kommen 70 beschirmte Außenplätze dazu. Zweitens: das „Veicht“ in Freyung, das sich selbstbewusst gerne als „gastronomisches Wohnzimmer im Herzen der Stadt“ bezeichnet. Ja, diese Location würde auch jeder Großstadt zur Ehre gereichen und markiert ziemlich genau die Mitte von Freyungs Neuer Mitte (die eigentlich schon vor den aufwendigen Umbaumaßnahmen Zentrum war, aber eher nach Randbezirk aussah). Drittens: das Café Stephan’s Dom in Passau. Plüsch, Stoff, Konditorei. Ein Flair aus Tausend und einer Nacht. Ein Muss bei entsprechenden Temperaturen: das Sonnendeck in nächster Nachbarschaft zur üppigen Barockarchitektur des Doms.

E – wie Emerenz. „D’Emerenz“ Meier gilt – neben Lena Christ – als die wichtigste Volksdichterin Bayerns. Schon ihr Leben war ein Roman mit allen Zutaten eines Dramas. 1874 wurde sie als eines von acht Kindern in Schiefweg bei Waldkirchen in äußerst kärgliche Verhältnisse hineingeboren. Die Emerenz beschrieb diese Not in Werken, die so bezeichnende Titel tragen wie „Aus dem Elend“. So wurde sie auch zur politisch interessierten Schriftstellerin. Wie viele ihrer Landsleute suchte sie schließlich ihr Heil in der Emigration nach Amerika. Ihren von Armut und harten persönlichen Rückschlägen geprägten Lebensweg, aber auch das Schicksal der vielen Auswanderer aus dem Bayerwald zeichnet heute ein multimediales Museum nach, das im Geburtstag der Emerenz eingerichtet wurde. „Out of Heimat“ macht klar, worum es geht. Auch eine Gaststätte befindet sich im Haus.

I – wie Ilztalbahn. Einem engagierten Bürgerverein ist es zu danken, dass die Untere Waldbahn seit einigen Jahren wieder zwischen Passau und Freyung verkehrt. Wie schon im Vorjahr wird die knapp 50 Kilometer lange Trasse auch 2013 wieder bis Ende Oktober befahren. Fahrbetrieb ist immer an den Wochenenden und Feiertagen. Wer sich für gute alte Eisenbahn-Romantik erwärmen kann und hinnimmt, dass er der letzte Zug von Passau nach Freyung schon um 17.10 Uhr startet, wird begeistert sein. Übrigens: Im Verbundsystem mit der Tschechischen Bahn ist es jetzt auch möglich, mit der Waldbahn von Waldkirchen nach Krumau zu reisen.

K – wie Kunst. Nicht jedermanns Sache. Wenn allerdings Kreatives mit Gastlichkeit einhergeht, dann gefällt’s fast jedem. Also bestimmt auch in der Mostschenke Gais in Freyung. Sepp, der Mostwirt, ist ein kreatives Unikum, geistreich, voller Witz und immer zu spontanen Führungen aufgelegt. Gemeinsam mit dem tschechischen Maler und Grafiker Jindrich Boska hat er einen modernen Kreuzweg geschaffen. Ausdruck einer Künstlerfreundschaft, die längst alte politische Gräben überwunden hat. Dass der Gais Josef hier auf die Ilztalbahn folgt, ist – am Rand erwähnt – durchaus kein Zufall. Er gehörte zu den Hauptinitiatoren des Projekts.

M – wie Mode. Ja, auch diesbezüglich wird man im östlichsten Eck Ostbayerns durchaus fündig. Stichwort: das Waldkirchener Modehaus Garhammer, das sich aus einer Kolonialwarenhandlung zu einem der heute führenden Fashion Stores in ganz Bayern entwickelt hat. Und wer bisher dachte, die Bayerwädler liefen vorzugsweise in Krachlederner bzw. im Dirndl herum – sorry, Irrtum. Garhammer beweist, dass man auch in der Provinz modisch ganz schön auf dem Quivive ist. Dieser Tage eröffnete das hauseigene Restaurant „Johanns“ im 2. Obergeschoss, am kommenden Samstag gastieren Patrick Grigo & Company, Welt- und Europameister im Hip Hop und Breakdance, zum längsten Shopping-Tag des Jahres bei Garhammer. Geöffnet ist dann bis Mitternacht.

Ö – wie Österreich. Grenznahes Austria-Feeling saugen Sie zum Beispiel in Schärding auf. 4.800 Einwohner klein, aber riesig im Angebot schmucker Highlights. Umwerfend charmant: die „Silberzeile“ (das Bürgerhäuser-Ensemble des Oberen Stadtplatzes), die Inn-Promenade, die Nachbildung der Sieben Weltwunder en miniature oder der Barockgarten Orangerie. Tipp: Nutzen Sie den 3. Oktober („Tag der Deutschen Einheit“) doch einfach zum Shopping-Abstecher ins Nachbarland. Übernachtungsempfehlung: das 4-Sterne-Gesundheitshotel Gugerbauer am Inn, das nach der Hochwasserkatastrophe im Juni bereits seit Mitte August mit runderneuten Spa-Bereich aufwartet.

P – wie Panorama. Es gibt zahllose Plätze, von denen aus sich das manchmal betörend schöne Landschaftsbild des Bayerischen und des Böhmerwaldes genießen lässt. Bildschön anzusehen ist es zum Beispiel die Aussicht, die sich von der Terrasse des Wirtshauses Hafner bietet. Mehr als gefällig auch: die Küche. Serviert wird auschließlich frisch Zubereitetes. Convenience? No chance! Ein guter Anlass böte sich beispielsweise am kommenden Sonntag, 29. September. Dann ist wieder Drescherfest in Perlesreut. Ab 11 Uhr machen routinierte Damen und Herren vor, wie das Korn zu Ur-Uromas Zeiten verarbeitet wurde. Zum Einsatz kommen Original Dreschwagen und Schaubbinden – wie vor 100 Uhren.

R – wie Romantik. Nichts wie hin zur Pater-Rupert-Mayer-Kapelle mit Traumblick über dem Graineter Talkessel! Das kleine Kirchlein von Obergrainet in traumhafter Aussichtslage steht nicht zufällig bei Hochzeitern ziemlich hoch im Kurs. Gewidmet ist es einen der bedeutsamsten Akteure des katholischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus: dem Jesuitenpater Rupert Mayer, der – 1876 in Stuttgart geboren – am Allerheiligentag 1945 in München starb. Weil er sich in aller Öffentlichkeit wiederholt mutig für die Glaubensfreiheit aussprach und sich dem Redeverbot durch die Nazis widersetzte, war er dreimal verhaftet und zuletzt ins Konzentrationslager verschleppt worden. Der unbeugsame „Apostel Münchens“ überlebte und kehrte nach Kriegsende wieder in die Landeshauptstadt zurück.

S – wie Speisen. Zwei Adressen, eine Mission: Genuss! Erstens: „Die Perle Tirols“ in Freyung, Passauer Straße. Hier gilt: Hart bleiben lohnt sich. Wer den Verlockungen der Pizzeria vis-à-vis widersteht, wird auf das Leckerste belohnt. Nämlich mit den feinsten Exportartikeln, die Österreichs Kochkultur zu bieten hat. Dafür bürgen Zwei-Hauben-Koch Josef Habel und die hausgemachte Qualität. Saibling? Bitte nur hier! Tipp Nummer 2: der Gidibauer in Hauzenberg. Ein vielfach prämiertes Landgasthaus, dessen Küche den Jahreszeiten folgt und dabei anderen Lokalen immer einen Schritt voraus ist. Wer sich etwas Besonderes gönnen will, reserviert für die Bauernstube oder das Gewölbezimmer, gerne natürlich auch für eines der beiden Restaurants namens „Ochsenstall“ und „Kuhstall“. Das Highlight für Sonnentage: die Terrasse im Innenhof. Übrigens: Die Wirtsleute der Familie Ertl würzen ihre „vegetarische Karte“ gern mit einer angenehmen Prise Phantasie. Heißt: Hier bekommt man – fleischlos – mehr als nur Gemüseplatte oder Kässpätzle auf den Tisch.

W – wie Wandern. Versteht sich hier von selbst. Hunderte Kilometer Wanderwege: Um ausgiebige Bewegung kommt hier keiner herum!

Z – wie zünftig. Siehe „Böhmische Knödel“.

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