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23. August 2014

Blaibach und Pilsen: Futuristisches im neuen Zentrum Europas.

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Gastiert beim Opening des Konzerthauses Blaibach: das Nashi Young Cho Jazz Quartett. Foto: kulturwald.de

Noch immer weitgehend unbeachtet von der etablierten Hochkultur positioniert sich der bayerisch-tschechische Grenzraum mehr denn je als reizvoller Gegenentwurf zu (groß-)städtischer Konzert-Routine. Im September wird der kulturell aufstrebende Grenzraum nun um zwei neue ungewöhnliche Spielstätten bereichert: das Konzerthaus Blaibach und das Neue Theater (Nové divadlo) in Pilsen, der „Kulturhauptstadt Europas“ 2015. Was den beiden neuen Kultur-Hotspots zusätzlich Reiz verleiht: Sie liegen nur etwas mehr als eine Autostunde voneinander entfernt.

Unbedingt ansehen sollten Sie sich Pilsens neues Theater („nové divadlo“), das sich aus zwei Teilen zusammensetzt. Das eigentliche Theatergebäude, das einen Saal mit 500 Plätzen und eine Studiobühne fasst, die Raum für weitere 150 Zuschauer bietet. Verbunden über eine gläserne Brücke schließt sich daneben das Betriebsgebäude an. Das neue Theaterhaus in der Jízdecká-Straße ist das wichtigste Element im baulichen Ensemble, mit dem sich Pilsen als Kulturhauptstadt Europas 2015 präsentieren wird. Hier werden sich kommendes Jahre führende europäische Theaterregisseure mit ihren Werken vorstellen.

Ebenfalls großenteils mit Spenden- und Sponsorenmitteln auf den Weg gebracht wurde das ungewöhnliche Kulturprojekt in Blaibach, einer zweitausend Einwohner kleinen Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham.
Am Freitag, 12. September, erlebt das neue Blaibacher Konzerthaus am Kirchplatz seine feierliche Premiere: Zur Eröffnung der „Kulturwald-Festspiele Bayerischer Wald“ steht ab 19 Uhr Haydns „Schöpfung“ auf dem Programm. Mit Spannung und Vorfreude erwartet wird der erste Einsatz des neuen Konzertflügels, der als Herzstück der Bühne des Konzerthauses einnimmt. Während diese Veranstaltung längst bereits ausverkauft ist, sind für die anschließende Jazznacht mit dem „Nashi Young Cho Quartet“ noch Karten zu haben.

Übrigens: Wer seinen Kultur-Tripp nach Blaibach auch gerne für ein paar erholsame Tage nutzen möchte, hat in der idyllischen Naturlandschaft des Naturparks Oberer Bayerischer Wald die freie Auswahl. Zum Beispiel, um am Ufer des Blaibachsees entlang fünf Kilometer weit zum Höllensteinsee zu wandern. Oder um die Wanderstrecke einfach aufs Wasser zu verlegen und gemütlich per Boot vom Blaibacher See aus bis zum Regen zu paddeln – vielleicht ja sogar bis nach Regensburg. Geeignete Boote vermietet der Kajak- und Canadier-Verleih Aquahema in Blaibach.

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