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10. September 2018

Rein in die Wanderstiefel: Herbsturlaub in Oberfranken!

Das Fichtelgebirge, der Frankenwald, Bamberg, Kulmbach oder Coburg – und natürlich die Fränkische Schweiz: Oberfranken hat viele lohnenswerte Ziele, die zu einem erholsamen Wanderurlaub einladen. Drei davon haben wir für Sie herausgesucht.

Die Runde von Küps, benannt nach der gleichnamigen Marktgemeinde im Süden des Landkreises Kronach, ist 11,1 Kilometer lang und hat alles, was eine erlebnisreiche Wanderung durch den Herbstwald braucht: Geheimnisvolle, goldverfärbte Laubwälder, Fels, Stein und Wasser. Wer gute Kondition, Trittsicherheit und angemessenes Schuhwerk mitbringt, für den kann’s gleich losgehen: Im Verlauf der Tour durchqueren Sie das Felsenlabyrinth Ebneth mit seiner Steinstiege und kommen an den Ebnether Felsenkellern vorbei. Heute Naturdenkmäler, wurden sie aller Wahrscheinlichkeit nach schon um 1790 in den Sandstein getrieben und waren bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts dazu da, Bier und Lebensmittel kühl zu halten. Noch heute finden sie teilweise als Lager- und Stauraum Verwendung. Ein beliebter Vatertagstreff ist das Ebnether Kellerfest, zu dem Biergarnituren aufgestellt, Bier von der Brauerei Günther ausgeschenkt und diverse Essstände aufgebaut werden. – Nach neuneinhalb Kilometern erreichen Sie den zwei Meter hohen Pfersag-Wasserfall. Seine Besonderheit: Er zählt den sogenannten Hufeisen-Wasserfällen, ist also so etwas wie die Bonsai-Ausgabe der nordamerikanischen Niagarafälle. Nach längeren Regenperioden fließt das Wasser über die gesamte Gesteinstufe, bei Trockenheit bleibt davon nur ein schmaler Strahl in der Mitte übrig.

Besuchen sollten Sie auch den Markt Küps selbst. Er überrascht mit einem ökologisch-botanischen Naturlehrpfad, dem Kräuterlehrgarten in Schmölz, wo Sie alte Färber-, Heil- und Wildkräuter können, mit dem Linden-Rundwanderweg in Tüschnitz und einem echten architektonischen Kleinod: dem im englisch-gotischen Stil errichteten Schloss in Küps-Oberlangenstadt. Es wird gern als Filmkulisse genutzt; ganz in der Nähe schließt sich ein 18-Loch-Golfplatz an.

Die Kemitzenstein-Runde von Bad Staffelstein mit dem Hohlen Stein.
Diese mittelschwere, 12,6 Kilometer lange Wanderung auf einem leicht begehbaren Rundweg startet am sogenannten Hohlen Stein. Sein zweiter Name, Pfarrfelsen, spielt auf die frühe Zeit der Christianisierung an. Station 2 ist Kemnitzenstein nahe Kümmersreuth, ein gedrungenes Felsenriff aus Kalkstein, das bei Kletterern sehr beliebt ist. Nach 8 Kilometern stoßen Sie auf den sogenannten Weinhügel; mit seinen Wacholderheiden und Silberdisteln hat er eine fast mediterrane Anmutung. Von hier oben darf der Blick schweifen über die Höhenzüge der Fränkischen Schweiz bis hinüber zum Staffelberg, dem Berg der Franken.

Die Stadt Bad Staffelstein, die erst seit 17 Jahren den Bäder-Titel trägt, liegt im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels, geschätzt für seine vielen Sehenswürdigkeiten. Allen voran: die Basilika Vierzehnheiligen, an der Balthasar Neumann fast 30 Jahre gebaut hat und die den 14 Nothelfern geweiht ist; von nahe grüßen Kloster und Schloss Banz. Eine besonders schöne Wanderung, als Teil des Jakobswegs, empfiehlt sich von der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen zum Staffelberg und über Wolfsdorf wieder zurück. Das Traumpanorama der Aussicht zeigt gleich, warum das Gebiet um Vierzehnheiligen und dem Staffelberg auch „Gottesgarten“ genannt wird.

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