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17. Januar 2020

Kanuwandern auf dem Schwarzen Regen – Entschleunigung pur!

Für eine romantische Kanuwandertour zu zweit hat Bayern etliche Fluss-Perlen im Angebot – Altmühl, Amper und der Obere Main sind wohl die bekanntesten. Nicht ganz so populär, dafür aber umso geheimnisvoller ist der Schwarze Regen. Wer ihn be-paddelt, taucht ein in eine Region, die so abgelegen ist, dass sie gern als „Bayerisch-Kanada“ apostrophiert wird. Ein Besuch in einer erstaunlich ursprünglichen Flusslandschaft.

Zur Welt kommt der Schwarze Regen in Zwiesel. Genau genommen ist er eine deutsch-tschechische Koproduktion; denn neben dem Kleinen Regen speist sich das Gewässer, das insgesamt 29 Zuflüsse zählt, auch aus dem Großen Regen, der im Böhmerwald entspringt. 84 Kilometer mäandert der Schwarze Regen in seinen Verlauf dahin, ehe er sich zwischen Bad Kötzing und Blaibach mit dem Weißen Regen vereinigt. Unterwegs passiert er Teisnach, nimmt den gleichnamigen Nebenfluss auf und erreicht schließlich Viechtach; hier beginnt unsere Bootswandertour.

Zuerst einmal muss ein Boot her! Eine gute Auswahl an Booten – Kanus, Kajaks und übrigens auch Stand-up-Boards – findet man bei Sepp Schneider. Er betreibt seinen Verleih wenige Schritte vom Ufer des Schwarzen Regens entfernt und hat zudem rund um die Uhr geöffnet. Ziemlich einmalig. Bestens ausgestattet kann es losgehen …

Idyllisch ist das Regental, Anfänger und leidenschaftliche Kanuten kommen gleichermaßen auf ihre Kosten. Natürliches Grün säumt den Fluss, der so gefällig dahinströmt und sich vielerorts ganz nah an sein Bett schmiegt. Diese Landschaft vermittelt vor allem eines: wohltuende Gelassenheit. Wer das Glück hat, hier zu paddeln, darf vom ersten Flusskilometer an entschleunigen. Alles fällt ab, eine wunderbare Leichtigkeit scheint das Kanu zu tragen, sodass man ohne Weiteres vergessen könnte, warum es der Regen trotzdem hin und wieder in die Unfallstatisktik schafft.

Ja, ganz „ohne“ ist auch auch der tiefenentspannte Schwarze Regen nicht. Vor allem die Abschnitte Bärenloch und Altriegel, auch Gumpenrieder Schwall genannt – beide bei Kanufahrern äußerst beliebt – belohnen gutes Equipment. Durch das wildromantische Bärenloch darf man sogar nur mit Rettungsweste und Helm. Unser Tipp: die Empfehlungen des Kanuverleihs und der Wasserwacht beherzigen! Dann sollte nichts schiefgehen.

Je nach Wasserstand um die vier Stunden sind für die 14 Kilometer lange Paddeltour von Viechtach bis Blaibach einzukalkulieren. Auf der Strecke überwinden Sie zwei Wehre und zwei Staumauern; hier heißt es aussteigen und das Boot umsetzen. Auch zwei Stauseen mit stehendem Wasser sind zu durchqueren – ein Paddel-Genuss, perfekt eingerahmt durch ein zauberhaftes Landschaftsbild. Und natürlich hat die Tour auch Einkehrgelegenheiten zu bieten – am Höllensteinstausee oder am Blaibacher Stausee, dem Ziel unserer Kanuwanderung.

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