Reisetipps für den Urlaub oder ein paar freie Tage zu zweit in Bayern

14. Dezember 2012

Trentino: Tiroler Flair mit Italia-Glamour.

Der Bombardino ist der Glühwein des Trentino. Foto: odealvino.com

Foto: dealvino.com

Madonna di Campiglio, Val di Sole, Val di Non – mindestens schon ihrem Klang nach stehen die wintertouristischen Destinationen des Trentino der alpenländischen Konkurrenz jenseits der Grenzen in nichts nach. Man denke nur an das neue Skigebiet Madonna di Campiglio Skiarea mit seinen 150 Kilometern Piste! Wer aber glaubt, das war’s dann schon auch: Irrtum! Das Trentino zählt wohl noch immer zu den meist unterschätzten Reiseregionen Europas. Dabei ist hier die Mischung aus (welsch-)tiroler Identität und italienischem Lebensstil besonders reizvoll …

Natürlich: Als südlicher Nachbar im Windschatten des von deutschen Besuchern heftig umschwärmten Südtirol  hat es das Trentino nicht leicht. Zwar kennt und schätzt ein jeder Germane den Gardasee; doch der ebenfalls schmucke Rest der zu Habsburgerzeiten zu Österreich-Ungarn zählenden Region ist für die meisten Terra Incognita. Dabei wäre es ein Jammer, die ganz außergewöhnliche Atmosphäre auf einer Trentiner Berghütte nie erlebt zu haben. Ein gemütlicher Abend vor dem Kaminfeuer und dabei die Spezialitäten der Trentiner Küche zu genießen – für Winterfans mit einem Hang zur Romantik ist das wohl ein besonders magisches Erlebnis.

Was kommt eigentlich auf den Teller? Siamo in Italia – also darf eine Polenta nicht fehlen. Hier im Trentino wird sie gern mit Pilzen oder gegrilltem Käse zubereitet. Außerdem sollte man natürlich die berühmten Strangolapreti (= „Priesterwürger“) probiert haben. Die kleinen Spinatnockerln sind hier so populär wie im Schwäbischen die Maultaschen. Als Vorspeise bestellt sich der Trentiner gern ein Orzotto (Gerstensuppe) und lässt darauf Wild oder landestypischen Aufschnitt mit Käse folgen. Gekrönt wird das Ganze von Dessert und Grappa – und damit wird’s wieder richtig italienisch.

Wie Sie die teils abgelegenen Berghütten überhaupt erreichen? Im Winter sind viele Casette auch nach Schließung der Aufstiegsanlagen abends geöffnet. Wer’s bequem mag, ruft einfach den Betreiber der Berghütte an. Der lässt Sie dann gern per Transfer-Service abholen – aber nicht etwa im Jeep, sondern natürlich stilecht im Motorschlitten oder per Pistenraupe. Übrigens: Natürlich kann man sich winters auch im Trentino bei einem Glühwein aufwärmen. Beliebt ist aber auch ein Bombardino, eine unwiderstehliche Eierlikör-Spezialität, ohne die jede Hüttengaudi nur halb so lustig wäre. Unbedingt testen!


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