Reisetipps für den Urlaub in Bayern oder ein paar freie Tage zu zweit

8. März 2010

Zum „Internationalen Frauentag“: Deutschland anno 1703.

Sie meinen, die heutige Realität wäre schon gruselig genug? Ja? Dann empfehlen wir Ihnen einen kleinen Abstecher ins 17. und 18. Jahrhundert. Damals waren Hexengerichte an der Tagesordnung – auch im Bayerischen Wald. Zeugnis davon legt das Hexenmuseum in Ringelai ab.

Anno 1703 brannten im Bayerischen Wald letztmals die Scheiterhaufen. In jenem Jahr wurden zwei Frauen der Gemeinde Ringelai als Hexen hingerichtet. Der grausigen Exekution auf dem Scheiterhaufen gingen meist besonders sadistische Foltermethoden voraus. „Beliebt“ dabei waren der Wippgalgen und der Spanische Stiefel. Ihr einziger Zweck bestand darin, „Geständnisse“ zu erzwingen, um dem Justizmord einen rechtmäßigen Anstrich zu geben.

Einige Folterinstrumente aus den finstersten Zeiten der Frauendiskriminierung dokumentiert das Hexenmuseum in Ringelai vor den Toren Freyungs. Dort ist unter anderem ein historisch genau rekonstruierter Scheiterhaufen zu sehen, informative Texttafeln stellen die Geschichte des Hexenwahns von der Antike bis in die Neuzeit dar. Der „Hexenhammer“ erläutert die fatalen Methoden der Folterer und verdeutlicht, welche religiös-politischen Motive die Henker trieben.

Das Hexenmuseum (Eintritt: kostenfrei) ist Teil des Hotel-Restaurants Gross und ganzjährig geöffnet.

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