Reisetipps für den Urlaub oder ein paar freie Tage zu zweit in Bayern

28. Juni 2009

Schloss mit Grenzblick.

An der bayerischen Uferseite des Inn, gleich gegenüber dem österreichischen Barockstädtchen Schärding, befindet sich Deutschlands vermutlich einziges Schloss in direkter Grenzlage.

Auf einem Felsen errichtet wurde die schmucke Anlage im 14. Jahrhundert von bayerischen Herzögen, die mit dem Bau verteidigungsstrategische Zwecke verfolgten. Ziel war, die Innbrücke des damals noch zu Bayern gehörenden Schärding zu schützen. 1750 bis 1752 erfolgte der Umbau der Anlage im Stil des Rokoko. Hinter der aufwändigen Umgestaltung glauben Fachleute heute die Handschrift des Baumeisters Johann Michael Fischer zu erkennen.

Über die Jahrhunderte ging das Schloss durch viele Hände. 1859 wurde es vom Institut der Englischen Fräulein von Burghausen in Besitz genommen – für den Betrag von 9000 Gulden. In den Folgejahren entstand ein Erweiterungsbau, der 1902/03 von dem Architekten Johann Baptist Schott und dem Baumeister Capellaro durch eine neobarocke Kirche mit dem Altbau verbunden wurde. Bis 1974 diente das Gotteshaus als Pfarrkirche. Heute beherbergt der Schlosskomplex eine Realschule – und teilt damit übrigens seine heutige Bestimmung mit dem namensgleichen Schloss im eingangs erwähnten Paderborner Stadtteil Schloss Neuhaus.

Aber zurück nach Bayern: Bewundern lässt sich das Schloss von Neuhaus am Inn am besten von der Schärdinger, also der österreichischen Seite des Inns. Dort empfiehlt sich auch eine Einkehr im Kapsreiter Bräustüberl. Dessen Wirt stammt aus dem bayerischen Kellberg im Passauer Land.

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