Reisetipps für den Urlaub oder ein paar freie Tage zu zweit in Bayern

22. November 2010

Heinz Theuerjahr: Die Suche nach dem Wesentlichen.

Wie viele andere Künstler, die im Bayerischen Wald gelebt und gearbeitet haben, stammte auch Heinz Theuerjahr nicht aus dem Bayerwald. Dass die Gemeinde Waldhäuser im Landkreis Freyung-Grafenau dem 1913 in Pommern gebürtigen Bildhauer, Maler und Grafiker zur Wahlheimat wurde, war das Produkt einer Entdeckungsreise, die eigentlich ein ganz anderes Ziel hatte …

Den Bayerwald für sich entdeckt hatte der Künstler Heinz Theuerjahr auf einer Wanderschaft, die ihn in den 1930er-Jahren von Berlin auf den Balkan führte. An der Kunsthochschule der Hauptstadt war er Student gewesen; doch was ihm im Grunde seines Herzens faszinierte, war der Traum vom „einfachen Leben“. Im Bayerischen Wald, der Landschaft der sanften Waldwogen, sah er sich der Verwirklichung seines Zieles nahe. So entschloss er sich 1939, in Waldhäuser – nahe der Grenze zu Böhmen – ein Haus zu bauen. Während in Osteuropa schon der große Krieg tobte, richtete sich Theuerjahr in seiner selbst gewählten Künstlerexistenz ein. Weltabgeschieden lebte er hier, und doch „in Harmonie mit den Menschen und der Natur“.

Bestärkt haben muss ihn wohl die Gunst des Schicksals; denn Theuerjahr verliebte sich in die Wirtstochter des Lusengasthauses. 1942 wurde geheiratet – für den Künstler gleichsam ein Startsignal zum Aufbruch. Von da an entfaltete er einen immensen Schaffensdrang: Fünf Jahrzehnte lang bis zu seinem Tod 1991 hat Heinz Theuerjahr in Waldhäuser an seinem Werk gearbeitet – weitgehend unbeeindruckt von dem, was sich „draußen in der Welt“ abspielte. Minimalistisch, alles Überflüssige ausklammernd, versuchte er hier, „alle Altersstufen bewusst zu durchleben, um sich finden zu können“. So entstanden unter anderem etliche Tierskulpturen – Zeugnisse einer Ästhetik, welche die Kunst in ihrer Reduktion bis an die Grenze des Abstrakten treibt. 14-mal hat Theuerjahr zu diesem Zweck Reisen nach Afrika unternommen.
Kunst und Schauplatz des Schaffens von Heinz Theuerjahr – sein Atelier in Waldhäuser – sind erhalten geblieben. Der „Freundeskreis Heinz Theuerjahr“ hat das Gästehaus auf dem Theuerjahr–Grundstück gepachtet und zu einer Gedenkstätte ausgebaut. Der Skulpturenpark kann ganzjährig besichtigt werden.

Dieser Artikel wurde 730 mal angesehen.
älterer Artikel neuerer Artikel